Christian Schloyer: Lyrik, Konzept- & Klangkunst, Prosa

Nur ein Künstler kann den Sinn des Lebens erraten.
Novalis – Fragmente

*** Neu & aufregend! ***

{Christian Schloyer auf der 'Rampenschweinerei' in Fürth, Juli 2016}

Kinderbuch, Fantasy und … warum Lyrik?

Wem ein verlässliches Auskommen wichtig ist, wird normalerweise kein Schriftsteller. Und wer Schriftsteller werden will, findet hierfür (so das Vorurteil) geeignetere Wirkungsstätten als Nürnberg. Warum also bin ich Autor geworden – warum in Nürnberg? In der fränkischen Heimat blieb ich aus familiären Gründen. Ohne Nachwuchs hätte es mich höchstwahrscheinlich nach Berlin verschlagen.

So abgedroschen es klingen mag: Die Schriftstellerei ist mein Kindheitstraum. Das dürfte ein Grund dafür sein, dass es mich in der Prosa unter anderem zum Kinderbuch zieht. Seit meiner Jugend schreibe ich zudem regelmäßig an einem Fantasy, der mich noch nicht losgelassen hat. Aber warum ausgerechnet Lyrik? Die abgehobenste, markt- und publikumsfernste Literaturgattung überhaupt!

Eine steile These, mit der ich nicht allein bin: Es gibt wohl zehntausendmal mehr Menschen hierzulande, die gegenwärtig Gedichte schreiben, als Menschen, die Gegenwartslyrik lesen. Ist das ein Makel für die Lyrik? Für ihre Vermarktbarkeit schon – für das Erleben von Lyrik, für die „Poesie als Lebensform“ (ehemaliges Verlagsmotto von Kookbooks) ist dieses vermeintliche Missverhältnis ohne Belang.

Das Wort „Poesie“ kommt vom griechischen „poiein“ und bedeutet „machen, schaffen“. Kunst verstehe ich als (Schaffens-)Freiheit. Als Lyriker bin ich „Berufungstäter“: schaffen um des Schaffens Willen, wider das Verständlichkeitsdiktat, wider die Bevormundung durch ökonomische Zwänge. Für mich ist Dichten Sprachkunst in Reinform. Hier kann ich mich künstlerisch austoben, ohne Gedanken darüber zu verlieren, wie meine Zielgruppe tickt – oder ob eine solche überhaupt existiert.

Und wie verhält es sich mit dem Kinderbuch-Autor? Der hat sich so nah an der Kunst angesiedelt wie möglich – und hofft, dass ihn „der Markt“ trotzdem nicht verschmäht. Mein junges Publikum jedenfalls nehme ich sehr ernst.

Schreiben, Dichten und Netzwerken in Nürnberg und Erlangen

Dass ich im Übrigen ganz zufrieden damit bin, Dichter und Schriftsteller in Nürnberg zu sein, hat einen weiteren Grund: Heute gibt es mit mehreren Künstler- und Autorengruppen, Textwerkstätten und einem Literaturförderverein eine Infrastruktur (man könnte sagen: eine junge „Szene“) in der Frankenmetropole und ihren Nachbarstädten, um die uns mancher Nicht-Nürnberger beneidet. Darüber freue ich mich. Auch, weil ich an der Schaffung dieser künstlerischen Vernetzungs-Basis seit vielen Jahren mitwirke. Schön, dass regionale Kulturarbeit in Nürnberg und Erlangen inzwischen überregional Blüten treibt – schön, dass man sich als Schriftsteller hier wohlfühlen kann.

Christian Schloyer stellt sich vor: Vita & Bibliographie

Christian Schloyer ist Lyriker, Sound-Writer, Klang- und Konzeptkünstler, ehrenamtlicher Literaturveranstalter sowie Prosa-Autor mit den Schwerpunkten Fantasy und Kinderbuch. Im Brotberuf ist er als freier Werbetexter und Kommunikationsberater tätig. Er lebt mit Familie in Nürnberg.

Geboren 1976 in Erlangen, verbrachte er seine Schulzeit in Nürnberg und Gunzenhausen. In Erlangen studierte er Philosophie, Neuere Deutsche Literatur, Theater- und Medienwissenschaften und rief 2000 die Textwerkstatt und Autorengruppe „Wortwerk Erlangen/Nürnberg“ ins Leben, deren Mitglied er bis heute ist.

Der Schriftsteller ist Mitbegründer und seit 2012 erster Vorstand von „LiteraturDing e.V.“ (Förderverein in Nürnberg für Gegenwartsliteratur, gegründet 2010), wo er u.a. die „LYRIKNACHT“ verantwortet. Außerdem ist er Mitinitiator zahlreicher Literaturprojekte.

Schloyer gehörte den Redaktionen der Literaturzeitschriften „Laufschrift“ und „BLUMENFRESSER“ sowie der Künstlergruppe „falschtechst-schlachtfest“ an. Er engagierte sich in der Jury für den Literaturpreis der Nürnberger Kulturläden (2007–2015) und war 2006–2012 Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller. 2007 wurde Schloyer in der deutschsprachigen Lyrikszene schlagartig bekannt, als er, bis dato ohne eigene Veröffentlichung, in Darmstadt den Leonce-und-Lena-Preis gewann.

Einzelveröffentlichungen

  • Im Herbst 2007 erschien das vielbeachtete Lyrikdebüt „spiel · ur · meere“ bei Kookbooks, Berlin. (mehr …)
  • Im Frühjahr 2012 wurde Schloyers zweiter Gedichtband veröffentlicht: „panik · blüten“, Poetenladen Verlag, Leipzig. (mehr …)
  • Soeben (August 2017) erschien im gleichen Verlag der dritte Band: „JUMP ’N’ RUN“, ein „poetisches Retro-Computerspiel in Gedicht- und Buchform.“ (mehr …)

Projekte (Auswahl)

  • 2008 „Troia ist tiefer“
  • 2010 „Projesie-Prosajekt“
  • 2010 „1. Nürnberger Lyriknacht“
  • 2011 „2. Nürnberger Lyriknacht“
  • 2013 „Zettelkastens Traum“
  • 2015 „LYRIKNACHT 2015“ (mehr …)
  • 2015 „LiterraForming“ (mehr …)
  • 2017 „LYRIKNACHT 2017“ (mehr …)

Als Schriftsteller erhielt Schloyer bisher folgende Auszeichnungen:

  • 2003 Förderpreis „Lyrik“ der Nürnberger Kulturläden
  • 2004 Erster Preisträger des 12. Open Mike, Berlin
  • 2007 Leonce-und-Lena-Preis, Darmstadt
  • 2008 Aufenthaltsstipendium des Berliner Senats im Literarischen Colloquium Berlin
  • 2009 Preis beim Literaturwettbewerb Wartholz, Reichenau a. d. Rax in Österreich
  • 2009 Kulturförderpreis für Literatur der Kulturstiftung Erlangen
  • 2011 Förderpreis zum August-Graf-von-Platen-Preis, Ansbach
  • 2013 Bayerischer Kunstförderpreis in der Sparte Literatur
  • 2015 Einladung zur Autorenwerkstatt Prosa, Literarisches Colloquium Berlin
  • 2015 Stipendium der Stadt Nürnberg
  • 2016 Lyrikpreis München
  • 2017 Stadtschreiber in Tübingen