LiterraForming: mit Lyrik
Erlanger Orte verwandeln

„LiterraForming“ ist ein Suchspiel zur Erkundung unscharfer Orte. Und noch viel mehr als das: Es werden Orte erschaffen – durch „literarisches Terraforming“. Dabei werden nicht etwa unwirtliche Planeten für den Menschen bewohnbar gemacht, sondern irdische Plätze in und um Erlangen virtuell verwandelt: mittels Poesie in Fotografie und Klangkunst.

Fotografiebegeisterte Menschen (nicht nur aus Erlangen) sind herzlich eingeladen, mit der Kamera Orte in Kunst zu transformieren! Die ausgewählten Plätze treten hierbei jedoch nicht selber vor die Linse: Als Vorlage für die Suche nach geeigneten Motiven dienen Gedichte. Elf lyrische Texte werden hierfür nach und nach öffentlich zugänglich gemacht.

Machen Sie mit! Spielerische Aufgabe ist, den Gedicht-Orten fotografisch ein Gesicht zu geben, ihr Geheimnis einzufangen. Und das, ohne den Ort zwingend „erraten“ zu müssen – Ihr Foto muss (idealerweise) nicht von dem Ort stammen, welcher dem Gedicht zugrunde liegt!

{LiterraForming: Mittels Poesie Erlanger Plätze in Fotografie und Klangkunst verwandeln! Text & Konzept: Christian Schloyer; Foto: (c) Annette Horn; Klangkunst: Michael Ammann}

Bedichtete, belichtete Orte in Erlangen –
warum „unscharf“?

Die zu elf Plätzen in und um Erlangen verfassten Gedichte sind auf mehr oder weniger subtile Weise mit ihren Bezugsorten verbunden: Lyrische Topografien, deren Spezifikum die Ungenauigkeit, die Vieldeutigkeit ist. Es wird oft gar nicht möglich sein, anhand meiner poetischen Beschreibungen die zugehörigen Orte zu erraten.

Poetische Vieldeutigkeit führt zu unscharfen, flirrenden Bildern im Kopf – und im besten Fall zu künstlerischen Einfällen am Foto-Auslöser. Und die benötigen wir, um Erlangen zu verwandeln, um den LiterraForming-Prozess anzutreiben: als ein virtuelles Gemeinschafts-Kunstwerk, das vom Zusammenspiel von Text und (hoffentlich zahlreichen) originellen fotografischen Blickwinkeln lebt. Zum krönenden Schluss wird dieses spannungsreiche Miteinander weiter aufgeladen durch eigenwillige Klangkunst.

Werden die LiterraForming-Orte irgendwann „verraten“?

Während des Festivals „net:works“ (9. bis 25. Oktober 2015) werden die Orte offengelegt und mit den Gedichten, Fotografien und mit der Klangkunst zusammengeführt. An einzelnen Orten werden Bild-Klang-Text-Performances inszeniert, die in der Presse vorher angekündigt werden.

Alle Orte erhalten zudem das Gedicht auf Plakat, versehen mit einem QR-Code zur Ansicht der Fotografien und zum Mithören der Klanglandschaft via Mobilgerät: eine künstlerische Interpretation von „Augmented-Reality“.

Fotografie & Klangkunst verwandeln Erlangen.
Wer ist dabei?

Mitwirkende an diesem LiterraForming-Prozess sind auch die Kunstfotografin Annette Horn und der Klangkünstler Michael Ammann, die unter den gleichen Bedingungen (Kenntnis der Gedichte, jedoch nicht der zugrundeliegenden Orte) ihre Spur durch Erlangens LiterraForming ziehen.

Und mitwirkend sind hoffentlich auch Sie! Senden Sie Ihre fotografischen Einfälle bitte an LitForm@networks15.de oder stellen Sie dieser per Twitter online mit den Hashtags #LitForm und #networks15.

Das erste von elf Gedichten findet sich im Programmheft zum Erlanger Poetenfest. Dieses und alles weitere auch unter: www.networks15.de/literraforming

Viel Vergnügen beim Lyriklesen, Fotografieren, Betrachten und Lauschen wünscht

Christian Schloyer