JUMP ’N’ RUN: Poetische Kinetik, Science Fiction-Lyrik, konkrete Poesie fürs Computerzeitalter

Wenn aus Gedichten Computerspiel-Level werden: In JUMP ’N’ RUN fordern uns acht unterschiedliche Spielwelten heraus – von „testumgebung im himmel“ bis „verbrannte erde“. Jeder dieser Zyklen wird von einer gleichnamigen Klanglandschaft begleitet, die mithilfe eines QR-Codes abgespielt werden kann.

Und so werden die 64 Level auf dem Klappentext angekündigt: „Hallo Player One. Du bist in eine Welt geworfen ohne Sinn. Du findest Donkey Kong, machst ne Prinzessin oder einen Prinzen hin (zur Schnitte oder Schnecke). Nur eine Bitte: Press Play on Tape! & bring den Affen um die Ecke. Nun finde deinen Weg, hüpf rein! & renn! Fang ihn ein, den Sinn – der Affe! Letztes Leben!“

Doch geht es in diesen multilinearen Gedichten viel weniger spielerisch zu, als es zunächst den Anschein hat …

JUMP ’N’ RUN - Der Blog

{JUMP ’N’ RUN - Der Blog} Mehr über JUMP ’N’ RUN gibt es in einem eigens eingerichteten Blog: Test-Level, Making-of, Klangkunst, Lesetermine und mehr auf www.jumpnrun.net!

Den Gedichtband „JUMP ’N’ RUN“ bestellen? Am besten in der Lieblingsbuchhandlung. Oder direkt beim poetenladen-Verlag!

Klanglandschaften / Soundart zu JUMP ’N’ RUN

Zuschriften und Rezensionen für JUMP ’N’ RUN

Unsere Zeit, die Gegenwart, gespiegelt in einer Zukunft, die längst begonnen hat. (…) Bei Schloyer kommt so viel vergeigte Evolution mit so viel entgleister Technik zusammen, dass das entstehende Durcheinander für ein eigenes „Terroir“ à la Vandermeer oder für einen eigenen Weltenkrieg zwischen Menschen und Hypertieren à la Dath locker ausreichen würde. (…) Ohne das groß anzukündigen, hat Schloyer Science Fiction und Lyrik auf eine Weise zusammengebracht, wie das in Deutschland vielleicht überhaupt noch niemand getan hat. Einfach so als Nebenprodukt dieses seltsamen, tollkühnen Projekts.
Marcus Hammerschmitt, www.fixpoetry.com/feuilleton/kritik/christian-schloyer/jump-n-run-0

Avantgarde - dazu zählt Ihre Gedichtsammlung zweifellos. Lyrik als raffiniert durchreflektiertes Computerspiel, darauf muss man erst einmal kommen. Mit den Spielmöglichkeiten, die Sie dem Leser einräumen, thematisieren und radikalisieren Sie, was Literatur, aber insbesondere Dichtung überhaupt ausmacht, Multivalenz und die tatsächlich 'spielerische' (Schiller) Freiheit der Auslegung. Dabei verbindet sich die fortschreitende Komplexität der möglichen Spielzüge mit einer sogartigen Zuspitzung der 'Spielwelten' zu Wahnsinn und Apokalypse im Zeichen bedenkenlos funktionalisierter Technik.
Prof. Dr. em. Theo Elm

Inzwischen kann ich Ihnen nur noch danken. Ehedem wäre ein begeisterter Rezensionsbrief an Sie abgegangen mit der Begründung meines Danks und meiner Begeisterung. Ihre poetische Kinetik schreibt wie Alain Arias-Missons „Public Poems“ das Gedicht ins Bildnerische, Misson ins Skulpturale fort; wie schön und wie gescheit und in seinen Tonmischungen und turnerischen Leistungen vielfältig und entwicklungsfähig das ist! Das Zerebrale wird graphisch dargestellt mit allen Synapsen.
Sibylle Cramer

Die Selbstzuschreibung des Autors, er produziere „poetische Algorithmen“, lässt vermuten, dass hier gemäß der phantasiefernen Taubheit digitaler Literatur vorgefundene Textmengen nur neuen Systematisierungsprinzipien unterworfen werden. Aber Schloyer hat enorm welthaltige wie auch bildersüchtige Gedichte geschaffen, er ist ein Dichter von eminenter Einbildungskraft, der uns freilich die Aufgabe auferlegt, selbst über den Gedankenweg der einzelnen Gedichte zu entscheiden. Im sechsten und im achten Zyklus des Bandes erreichen seine Gedichte eine große Intensität, hier vermischen sich Schöpfungsphantasien mit apokalyptischen Bildern.
Michael Braun, www.signaturen-magazin.de

Wortspielereien, ziemlich komische, wechseln mit apokalyptischen Betrachtungen wie nach einer endgültigen Katastrophe, einfachste und herunter gebrochene Sprechakte von kalter Schönheit erzeugen ein Verlorenheits- und Einsamkeitsgefühl. Überall ist Weite zu spüren, Felder aus Material, die eben konsequent spielerisch noch zu durchschreiten wären. (…) Man kann ohne Zweifel sagen, dass Christian Schloyers Jump ’n’ Run ein bestechend wichtiges und ambitioniertes Werk ist, das rätselhaft und gewaltig, vielgestalt seinen eigenen unendlichen Trickbottich der Sprache vor der LeserIn ausschüttet.
Jonis Hartmann, www.fixpoetry.com/feuilleton/kritik/christian-schloyer/jump-n-run

Wer sich auf Schloyers Gedichte einlässt, verfällt in eine sprunghafte, ungesicherte poetische Fortbewegungsart, die wenig mit der gleichmäßigen Bewegung des Auges gemein hat, die man beim Lesen gewöhnt ist. (…) Doch hinter der spielerischen Schauseite werden deutliche politische Untertöne und Warnungen hörbar: nicht nur mit den „bluthunde(n) aus dem letzten jahrhundert“, die plötzlich wieder „mehrheitsfähig“ werden.
Dorothee Hermann, Schwäbisches Tagblatt

Der in Erlangen geborene und in Nürnberg lebende Dichter Christian Schloyer hat ein unerhörtes Experiment gewagt: In seinem offenen, sich in viele Richtungen verzweigenden Gedicht „Jump ’N’ Run“, das pünktlich zum Erlanger Poetenfest in Buchform erscheint, gestaltet er die Bewegung des Textes wie in einem Computerspiel. Die einzelnen Wörter und Bildkombinationen sind hierbei über Treppen und Leitern verbunden. Der aktive Leser/Spieler hat damit die Möglichkeit, von Ebene zu Ebene zu springen, bis er in seinem individuellen Prozess des Lesens, Auslegens und Interpretierens das nächste Level erreicht.
Stadtzeitung aus dem Erlanger Rathaus

Die Zuhörer bekamen aber einen Eindruck davon, wofür Schloyer seine Tübinger Zeit nutzen will: Es ist ein längeres Poem („Jump and Run“), das sich nach Art eines Computerspiels entwickelt, aber in analoger Print-Gestalt. Der Autor zerlegt fertige Gedichte in Abschnitte, die er mit Pfeilen und Leitern so verknüpft, dass dem Leser mehrere Anschlussmöglichkeiten, Kombinationen, Abkürzungen geboten werden. Über mehrere Levels gelangt man per Rakete in neue Welten.
Ulrike Pfeil, Schwäbisches Tagblatt

Schloyers neuer Gedichtband „Jump ’n’ Run“ ist eine Sprachspielerei mit doppeltem Boden und so etwas wie konkrete Poesie für das Computerzeitalter. Der Leser wird konsequenterweise zum User, das Buch zum Bildschirm.
Steffen Radlmaier, Nürnberger Nachrichten

Bei solchen Formaten weiß man oft nicht mehr so recht, wo die Lyrikvermittlung aufhört und die Lyrik anfängt. Sie sorgen dafür, dass jeder seinen Platz in der Sprache findet. Nicht mehr die Festung eines Geheimnisses soll sie sein, sondern eine gemeinsame Lebensform, eine Art analoges Internet. Solche Gedichte betätigen sich als Streetworker der Sprache.
Philipp Bovermann, Süddeutsche Zeitung

Christian Schloyers Gedichte sind komplex und erschließen sich auch dem lyrikliebenden Leser nicht auf Anhieb. Aber sein spielerischer Zugang ist ein genialer Schachzug, um die Angst vor moderner Lyrik zu nehmen. (…) Christian Schloyers „Jump 'n' Run“ ist ein einmaliger Gedichtband, der ebenso spielerisch wie genussvoll für moderne Lyrik wirbt, und ein optisches, akustisches und haptisches Erlebnis ist.
www.br.de/franken/inhalt/buchtipps/christian-schloyer-jump-n-run-gedichte-100.html
Dirk Kruse, Bayerischer Rundfunk

Computerspiele [werden] schon lange als die großen Erzählungen unserer Zeit gehandelt. (…) Ob und wie sich die Struktur von Computerspielen ins Literarische übertragen lässt, ist in der Lyrik schon lange eine Debatte. Der Dichter Christian Schloyer hat sie bislang am radikalsten beantwortet: mit seinem Gedichtbuch JUMP ’N’ RUN, das Grafik und Text verbindet. (…) Christian Schloyer führt hier den Leser als faulen Konsumenten vor – und seine dystopischen Bilder kritisieren zusätzlich Dummheit, elitären Dünkel und naive Technikgläubigkeit. Das ganze Buch ist eine faszinierende Bewusstseinskonfiguration – und es macht, wenn man sich darauf einlässt, großen Spaß damit umzugehen.
Insa Wilke, WDR3

Man kann diesen Band nie auslesen (…). Es gibt wirklich ein sich unendlich verzweigendes System von Sprache (…). Was Christian Schloyer mit seinem ersten Band „spiel · ur · meere“ schon vorausgegeben hat als sozusagen poetologisches Programm ist da nochmal in einer Weise vorangetrieben, die wirklich erstaunlich und beachtlich ist.
Beate Tröger, Deutschlandfunk

Raffiniert durchreflektiertes Computerspiel. (…) Und die Texte selbst? Die lesen sich teilweise wie Ergüsse von Wolf Wondratschek auf Speed. Unmögliche Begriffe gehen surreale Kombinationen miteinander ein und taumeln von einem Irrsinnsgebilde zum nächsten. Da „vögeln läufige Feen Mechaniker“ oder taumelt das „Sterntalerchen“ von einer Enttäuschung zur nächsten. Das eigentliche Kunststück besteht darin, dass fast jeder Textfortgang sich nahtlos an das Ende des vorigen Textbausteins anschließt. (…) Dazu gurgelt Synthie-Geschwurbel durch den Gehörgang und evoziert eine Atmosphäre aus galaktischer Volldröhnung und interplanetarischer Endzeitstimmung.
Reinhard Kalb, Fürther Nachrichten