Nürnberger Lyriknacht 2015 – „Breaking Bad“ im Wunderland

Volles Haus! Mehr als 135 Besucherinnen und Besucher ließen die Nürnberger LYRIKNACHT 2015 zu einem echten Publikumserfolg werden. Wir, der LiteraturDing e.V., freuen uns gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern und Förderern über den gelungenen Abend.

Maßstäbe in Sachen Improvisation setzten die Künstlerinnen und Künstler Gerhard Falkner, Karin Fellner, Tristan Marquardt, Shira Richman, Michael Ammann, Eva Borrmann und Kate Ledina. Die Texte des im März verstorbenen Dichters Falk Steffen wurden von Christian Schloyer vorgetragen, der die Lyriknacht außerdem anmoderierte.

Im Folgenden gibt es einen komprimierten Video-Mitschnitt zum ersten Teil des Abends.
(Kamera: Richard Götting; Konzept & Schnitt: Christian Schloyer)

Video-Rückblick zur LYRIKNACHT 2015



Vorankündigung und Pressetext zur Nürnberger Lyriknacht

Ein Trip für die Sinne und Höhepunkt der Poesie in Clubatmosphäre – das ist unser Vorhaben für die 3. Lyriknacht am 18. April: Wir, der LiteraturDing e.V. in Nürnberg, werden gemeinsam mit dem KunstKulturQuartier ab 19:30 Uhr im Festsaal des Nürnberger Künstlerhauses einen zeitgemäßen Eindruck von Dichtung vermitteln. Unser Publikum wollen wir mit einer multiperspektivischen Lyrik-Sound-Bild-Tanz-Performance begeistern!

{Lyriknacht 2015: 18. April, 19:30 Uhr, Festsaal im Künstlerhaus (Nürnberg, Königstraße 93). LiteraturDing e.V.; KunstKulturQuartier; DAI Nürnberg; Bay. Staatsministerium f. Bildung u. Kultus, Wissenschaft u. Kunst; Kulturreferat Stadt Nürnberg; InterFace AG. Eintritt: AK 10€ (VVK 7€).}

Die Lyrik hat seit der Jahrtausendwende eine staunenswerte Entwicklung vollzogen: klassische und expressionistische Formen vermischen sich auf sehr produktive Weise mit avantgardistischen Experimenten, die alten Themen der Menschheit mit Eindrücken des Internet-Zeitalters. Doch um die öffentliche Wahrnehmung dieser energiegeladenen, höchst lebendigen Gegenwartslyrik ist es nicht so gut bestellt.

Sprache dient im Alltag eben nicht der Kunst, sondern der Verständigung. Den meisten ist das Unverständliche in der Sprache daher fremd, mitunter wirkt es arrogant. Weil uns für das, was wir im Gedicht nicht verstehen, kein anderer Schlüssel gegeben ist als ein unbrauchbares Ding aus der Schulzeit, nämlich die Gedichtinterpretation, bleibt der Reichtum heutiger Dichtung vielen Menschen verschlossen.

„Breaking Bad“ mit Lyrik!

Will schwer zugängliche Dichtkunst aus diesem Grund ein bloß akademisches Vergnügen sein? Im Gegenteil! Wir hoffen, dass wir mit der Lyriknacht ein Rezept gefunden haben, um Dichtung heute für alle genießbar zu machen. Wobei „genießbar“ noch deutlich zu tief gegriffen ist: Bei der Lyriknacht geht es uns um mehr: um die halluzinogene Wirkung anspruchsvoller Sprachkunst!

Mit der Lyriknacht 2015 werden wir das Publikum auf einen Trip schicken, den man ansonsten höchstens mit illegalen Substanzen erreichen kann. Wenn man so will, machen wir „Breaking Bad“ mit Lyrik! Und das ist viel einfacher und deutlich weniger ungesund, als man befürchten könnte: Dem Besucher der Lyriknacht genügt ein Schuss Hingabe – und die Bereitschaft, Gedichte nicht unbedingt verstehen zu wollen. Einfach mal die Augen schließen! Sich die Freiheit nehmen, Sprache wirken zu lassen: ihren Wortklang und die Bilder, die sie hinter der Netzhaut malt.

Der Zuschauer geht in der Lyriknacht umher wie Alice im Wunderland

Um das Publikum mit auf diese Reise zu nehmen, haben wir uns ein Setting einfallen lassen, das jede Vorstellung einer Dichterlesung sprengt und das simple Poesieverständnis populärer Poetry Slams in den Schatten stellt. Mit Licht, Klang und Tanz geht die Sprache spannungsvolle Affären ein – für ein Gesamtkunstwerk und Erlebnis, das den Besuchern der Lyriknacht lange im Gedächtnis bleiben soll.

Das wirklich Einmalige an der Lyriknacht ist, dass die Künstler nicht alleine vor sich hin performen, sondern dass mehrere Akteure miteinander die Bühne bespielen – unterschiedlich kombiniert in kurzen Zeitblöcken. Der Zuschauer ist dazu eingeladen, sich frei in diesem Setting zu bewegen. Der Idealfall: er geht darin umher wie Alice im Wunderland.

Die Überforderung der Sinne ist Teil dieses LiteraturDing-Konzepts, das erfahrungsgemäß wunderbar aufgeht. Das haben uns die beiden früheren, auch von jungem Publikum gut besuchten Nürnberger Lyriknächte gezeigt. Deshalb haben wir nach dreieinhalbjähriger Kreativpause diesmal acht (statt früher sechs) Künstlerinnen und Künstler eingeladen. Mit dem Festsaal bespielt die Lyriknacht 2015 einen deutlich größeren Raum als 2010 und 2011 in der Kulturkellerei.

Künstlerauswahl mit „Lyrik-Leitstern“ aus Berlin und US-Dichterin

Bei der Künstlerauswahl für die Lyriknacht kommt es uns wie immer auf eine gute Mischung aus regional bekannten und überregional gefragten Künstlern an – und auf deren Offenheit für Improvisation und das Zusammenspiel mit anderen. Ein Leitstern in der Lyrikszene ist der in Schwabach geborene und in Berlin lebende Gerhard Falkner, aber auch Karin Fellner und Tristan Marquardt (beide aus München) gehören hierzulande zu den renommiertesten jüngeren Dichtern der Gegenwart.

Besonders freuen wir uns auch auf die US-Lyrikerin Shira Richman, die Gedichte in ihrer Muttersprache lesen wird. Und mit Falk Steffen, der sich einen Namen als Schlagzeuger gemacht hat, präsentieren wir eine lyrische Entdeckung aus Nürnberg. Abgerundet wird diese Konstellation auf Augenhöhe durch Künstlerinnen und Künstler außerhalb des sprachlichen Mediums. Auf der Lyriknacht 2015 agieren auch der namhafte Klangkünstler Michael Ammann aus Fürth, die Visual-Art-Künstlerin Kate Ledina und die Tanz-Performance-Künstlerin Eva Borrmann (beide aus Nürnberg).

Kurz-Info zur Lyriknacht 2015

Die Lyriknacht 2015 findet am Samstag, den 18. April 2015 statt, von 19:30–22 Uhr im Festsaal im Künstlerhaus (Nürnberg, Königstraße 93). Sie wird präsentiert von LiteraturDing e.V. in Kooperation mit dem KunstKulturQuartier und unter Mitwirkung des DAI Nürnberg. Die Nürnberger Lyriknacht wird gefördert von: Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst; Kulturreferat der Stadt Nürnberg; InterFace AG. Eintritt: ab 19:00 Uhr, AK 10 € (VVK 7 €).